Start Ratgeber Verhinderungspflege
Häufige Frage
Verhinderungspflege: Wer darf vertreten, und was zahlt die Pflegekasse?
Kurz gesagt: Fällt die pflegende Person wegen Urlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen aus, übernimmt die Pflegekasse ab Pflegegrad 2 die Kosten einer Ersatzpflege zu Hause – für bis zu acht Wochen im Kalenderjahr und bis zum gemeinsamen Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege von 3.539 €. Ein Antrag vorab ist nicht nötig.

Wer die Vertretung übernehmen kann
Vertreten kann ein Pflegedienst, aber auch eine Person aus dem Umfeld – Nachbarn, Freunde oder Angehörige. Für Ersatzpflege durch Personen, die nicht eng verwandt sind, zahlt die Pflegekasse bis zum gemeinsamen Jahresbetrag.
Übernehmen nahe Angehörige (bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert) oder Personen aus dem gleichen Haushalt die Vertretung nicht erwerbsmäßig, ist die Erstattung regelmäßig auf das Pflegegeld des jeweiligen Pflegegrads für bis zu zwei Monate begrenzt. Notwendige Aufwendungen, etwa Fahrtkosten, können auf Nachweis zusätzlich übernommen werden – zusammen höchstens bis zum gemeinsamen Jahresbetrag.
So wird abgerechnet
Die Vertretung kann ohne vorherigen Antrag stattfinden. Den Antrag auf Erstattung mit den Nachweisen müssen Sie bis zum Ende des Kalenderjahres stellen, das auf die Ersatzpflege folgt. Heben Sie Rechnungen, Stundenzettel und Belege deshalb gut auf.
So planen Sie die Vertretung
Zeitraum festlegen
Wann und wie lange fällt die pflegende Person aus? Auch stundenweise Entlastung ist möglich.
Vertretung finden
Pflegedienst, Bekannte oder Angehörige – klären Sie, wer welche Aufgaben übernimmt.
Übergabe vorbereiten
Tagesablauf, Medikamente, Ansprechpersonen und Notfallnummern schriftlich festhalten.
Nachweise sammeln und einreichen
Rechnungen oder Stundennachweise mit dem Erstattungsantrag an die Pflegekasse schicken.
Häufige Fragen
Gut zu wissen
Muss ich Verhinderungspflege vorher beantragen?
Nein. Die Ersatzpflege kann ohne vorherigen Antrag stattfinden. Entscheidend ist der Erstattungsantrag mit Nachweisen – spätestens bis zum Ende des Folgejahres.
Muss vorher schon eine Zeit lang zu Hause gepflegt worden sein?
Eine Mindestdauer der häuslichen Pflege vor der ersten Verhinderungspflege sieht das Gesetz in seiner aktuellen Fassung nicht mehr vor.
Was ist der Unterschied zur Kurzzeitpflege?
Verhinderungspflege findet in der Regel zu Hause statt, Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung. Beide teilen sich ab Pflegegrad 2 den gemeinsamen Jahresbetrag.
Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Verbindlich entscheidet Ihre Pflegekasse. Stand: Oktober 2026.
